Polizei filmen: Anleitung
Abstand, was zu zeigen ist, was zu sagen ist, und die Einstellung, die man heute Abend ändern sollte.
Das Folgende hat fast nichts mit meiner App zu tun, und der nützlichste Punkt auf dieser Seite ist eine Telefoneinstellung, die dreißig Sekunden kostet und nichts weiter. Deshalb steht sie zuerst.
Die eine deutsche Besonderheit vorab: Video ohne Ton ist grundsätzlich erlaubt. Ton ist rechtlich riskanter, dazu unten mehr und ausführlich auf der Seite zur Rechtslage.
Code statt Biometrie
Nutzen Sie einen Code mit mindestens sechs Ziffern statt Face ID oder Fingerabdruck als Sperre für Ihr Telefon. Auf dem iPhone erzwingt das gleichzeitige Halten der Seitentaste und einer Lautstärketaste die Rückkehr zur Codeeingabe. Das funktioniert auch, wenn das Telefon in der Tasche steckt.
Abstand
Bleiben Sie in angemessenem Abstand, weiter weg, als es nötig erscheint. Die Regel, die wirklich zählt, ist einfach: einen Einsatz niemals körperlich zu behindern. Das trennt Filmen von Behinderung, und Behinderung ist das, was aus einer legitimen Beobachtung eine Straftat macht.
Ein Fenster, ein Balkon, die andere Straßenseite funktionieren gut und liefern oft ein brauchbareres Bild als eine zittrige Nahaufnahme.
Telefon sichtbar halten
Offen in der Hand, niemals halb verdeckt. Ein nicht identifizierbares Objekt in einer Hand ist in einer angespannten Situation das größte Risiko, noch vor allem anderen auf dieser Seite.
Was gefilmt werden sollte, und in welcher Reihenfolge
Zuerst die weite Einstellung. Zeigen Sie die gesamte Szene: wie viele Personen, welche Straße, wer wo steht. Ohne diese Einordnung kann eine Nahaufnahme eines Handgemenges fast alles bedeuten.
Dann Details. Dienstnummer auf der Uniform, Kennzeichen, Anzahl der Beamten. Wenn eine Nummer nicht lesbar ist, beschreiben Sie die Person klar und laut.
Ununterbrochen aufnehmen. Eine durchgehende Aufnahme ist deutlich nützlicher als mehrere kurze Ausschnitte, und die Durchgängigkeit selbst ist ein Beleg.
Was zu sagen ist
Sagen Sie Datum, Uhrzeit und Straße. Beschreiben Sie, was Sie sehen, in dem Moment, in dem Sie es sehen.
Und der Teil, der oft schiefgeht: bleiben Sie bei beobachtbaren Tatsachen. „Der Beamte in der dunklen Weste näherte sich dem Mann im grauen Mantel" ist brauchbar. „Das ist völlig ungerechtfertigt" ist eine Meinung, und eine Meinung liefert jedem, der das Video später anzweifelt, das Argument, Sie seien mit einer fertigen Schlussfolgerung angereist und hätten entsprechend gefilmt.
Material vom Telefon holen
All das oben ist nutzlos, wenn das Material mit dem Telefon verschwindet. Der übliche Rat, automatische Cloud Sicherung, ist schwächer als gedacht: Eine laufende Aufnahme wird meist als Datei behandelt, die erst nach dem Stoppen hochladbar ist, und der Upload wird bei Mobilfunk oder niedrigem Akkustand oft verschoben. Genau die letzten Minuten vor einer Beschlagnahme, die wichtigsten, bleiben dann auf dem Gerät.
Was auch immer Sie nutzen, richten Sie es vor dem Tag ein, an dem Sie es brauchen. Eine App, die nie mit einem Speicherkonto verbunden wurde, sichert nichts.
Was diese Seite nicht kann
Das ist keine Rechtsberatung, und ich bin kein Anwalt. Für die Rechtslage im Detail gibt es die eigene Seite mit Quellen, und auch die ersetzt keine Beratung.
Filmen macht eine Situation nicht sicher. Filmen schützt Sie nicht körperlich, und es gibt Situationen, in denen die richtige Entscheidung ist, das Telefon wegzustecken und zu gehen.
Verfasst im September 2026. Recht und Praxis ändern sich. Dies ist keine Rechtsberatung.